Yelena Eckemoff combines two things impressively on her new album “Romance Of The Moon”: the poet Federico Garcia Lorca and her very personal composition work. The fact that this collaboration, which is so dear to the pianist’s heart, did not bear audible fruit much earlier is entirely due to the fact that there was so much other music for her to compose and play. Since the Moscow-born pianist emigrated to the USA in 1991 at the age of twenty-nine, she has released over twenty albums of her own. All of them feature the best instrumentalists on the jazz scene and are filled almost exclusively with her own compositions. “I have been composing music since I was four years old,” she says in reference to her new album. “The melodies come to me… That’s why I don’t perform as much anymore.” Yelena Eckemoff also paints a lot, for example she designs all of her own covers and, as in this case, has translated all of Lorca’s poems into English and Italian(!). The reason for the latter is simple: her collaborators on “Romance Of The Moon” are all Italians “… so that they know exactly what each composition is about.”
The center of her music is, of course, the piano. The keyboard instrument is central to the classically trained Yelena Eckemoff; everything she writes revolves around the piano. Nevertheless, this time she has written the solo part of these instrumental settings specifically for the Sardinian trumpeter Paolo Fresu. She has found wonderful melodies for him, music with strong emotional elements that also do full justice to the tragic fate of the Spanish author in terms of content. They are aesthetically mature songs, sensitively and confidently implemented. Some moments sound like devoted mourning, others like a carefree celebration of life. This is a touching bow by a great artist to all victims of barbarism and inhumanity.

Original German:

Zwei Dinge verbindet Yelena Eckemoff auf ihrem neuen Album „Romance Of The Moon“ beeindruckend: Den Lyriker Federico Garcia Lorca und ihre ganz persönliche Kompositionsarbeit. Dass diese Kooperation, die der Pianistin so sehr am Herzen liegt, nicht schon viel früher hörbar Früchte trug, ist ganz dem Umstand geschuldet, dass es für sie soviel andere Musik zu komponieren und zu spielen gab. Denn seit die in Moskau geborene Pianistin 1991 mit neunundzwanzig Jahren in die USA emigrierte, hat sie über zwanzig eigene Alben veröffentlicht. Durchgehend mit den besten Instrumentalisten der Jazzszene besetzt und mit fast ausschließlich eigenen Kompositionen gefüllt. „Ich komponiere Musik, seit ich vier Jahre alt bin“, erzählt sie in Bezug auf ihr neues Album. „Die Melodien kommen zu mir …. Deshalb trete ich nicht mehr so viel auf.“ Zudem malt Yelena Eckemoff intensiv, gestaltet zum Beispiel all ihre Cover selbst und hat, wie im vorliegenden Fall, sämtliche Gedichte Lorcas ins Englische und ins Italienische(!) übersetzt. Letzteres hat einen einfachen Grund: Bei ihren Mitstreitern auf „Romance Of The Moon“ handelt es sich ausnahmslos um Italiener „… damit sie genau wissen, worum es in jeder Komposition geht.“
Das Zentrum ihrer Musik ist natürlich das Klavier. Das Tasteninstrument steht für die klassisch ausgebildete Yelena Eckemoff zentral, alles was sie schreibt, dreht sich um das Klavier. Trotzdem hat sie diesmal die Solostimme dieser Instrumentalvertonungen dem sardischen Trompeter Paolo Fresu regelrecht auf den Leib geschrieben. Es sind wunderbare Melodien, die sie für ihn gefunden hat, Musik mit starken emotionalen Anteilen, die dem tragischen Schicksal des spanischen Autors auch inhaltlich vollauf gerecht werden. Es sind ästhetisch gereifte Songs, einfühlsam und selbstbewusst umgesetzt. Manche Momente klingen nach hingebungsvoller Trauerarbeit, andere nach einer unbeschwerten Feier des Lebens. Dies ist die berührende Verbeugung einer großen Künstlerin vor allen Opfern von Barbarei und Unmenschlichkeit.